Free your self from mental Slavery – Bernd Rinser im CrossingS in Spandau

Bernd Rinser in Berlin

Acht Jahre haben seine Fans auf Neues von ihm warten müssen, aber das hat sich gelohnt. Am Samstag war Bernd Rinser zum zweiten Mal im CrossingS in Spandau zu Gast. Bei seinem ersten Besuch hatte er seine neuen Alben noch angekündigt, diesmal hatte er mit “Evil, Wild & Blue”‚ “Street Dog Blues” und “Split Pea Shell” drei, des fünf Werke umfassenden Zyklus, davon im Gepäck. Die letzten beiden “Many Roads To Travel” und “Love Divine” sollen Ende des Jahres bzw. Anfang 2020 erscheinen.

Bernd Rinser ist einer der Vertreter des Blues, der “die ursprünglichen und auch schweren Dinger macht, ich mag seine Musik”, sagt zum Beispiel der Berliner Musiker Steve Seitz über ihn. Einer der die dicken Bretter bohrt, Blues-technisch gesehen. Ein echter Genuss, wenn man diese Form der Songs mag. Mal klingt es nach der Sorte Blues die man im Delta eines ganz bestimmten Flusses antrifft und manchmal nimmt er Anleihen an der Musik “europäisch Mexikos”, so verortet er als “Texaner Deutschlands” (als Oberbayer) Österreich, dem Schrammeln, wenn er mit 3/4 oder 6/8 Takten hart am Rande des Abgrunds aufspielt, wie er lachend erklärt.

Bernd Rinser im CrossingS Spandau
Bernd Rinser im CrossingS Spandau

Er selbst nennt es Street Dog Blues, Roots Rock, Folk oder auch Cow-Punk was er in seinen Konzerten spielt, immer Kraftvoll, ehrlich und einfühlsam. Es ist authentische Musik, in der er viel von den Ereignissen Preis gibt die sein Leben ausgemacht und ihn geformt haben. Es gibt keinen Unterschied zur Musik aus dem Herkunftsland. Rinser schafft es mühelos, inspiriert durch seine “Sisters & Brothers in mind” wie er sie nennt, darunter u.a. Cash, Patti Smith, DeVille, Zevon, Cohen, Wait, Reed und sogar Kraftwerk, mitzuhalten.

Er kann es sich genauso leisten, mit dem Song “Evil Wild & Blue” erst nach 20 Jahren eine gesungene Antwort auf ein Lied von Lucinda Williams Richtung USA zu schicken, wie er es sich leisten kann, mit “Guardian Angel” oder dem durch eine herrliche Slidegitarre begleitetem “If” ganz ruhige Töne anzuschlagen. Da klingt nix gezwungen oder peinlich.

Bernd Rinser nimmt einen mit auf eine Reise durch seine Welt. Seine Musik und seine launigen Erzählungen zwischen den einzelnen Songs und in den Pausen, sind fesselnd und spannend. Und natürlich hätte er noch mehr Zuhörer verdient gehabt am Samstag im CrossingS, in Spandau, dieser Bernd Rinser. Schon allein weil es für diese kleine gemütliche Location nicht immer einfach ist, Konzerte, zumal mit solch einem profilierten Musiker, möglich zu machen.

Doch vielleicht sind es ja auch genau diese eher etwas kleineren, sehr intimen Gigs, bei denen eine ständige Kommunikation mit dem Publikum stattfindet und in denen das Programm eine dauernde Veränderung, abhängig von der Stimmung der anwesenden erfährt, die solch ein Konzert zu einem perfekten, unverwechselbaren Musikerlebnis und nicht wiederholbaren Moment werden lassen, eben gerade in solchen Clubs.

V.l.n.r.: Der ALTAMANN, Bernd Rinser und Eve
V.l.n.r.: Der ALTAMANN, Bernd Rinser und Eve

Dann können sich die dort gewesenen glücklich schätzen, so wie Eve und der ALTAMANN und die Veranstalterin Siggi kann stolz darauf sein solch ein Konzert möglich gemacht zu haben.

Im nächsten Jahr will er wiederkommen. Vielleicht ist sein Zyklus dann gänzlich fertig, wer weiß? Der ALTAMANN ist gespannt und er freut sich darauf. Auf einen Abend mit Bernd Rinser, seinen Geschichten und seiner Musik im CrossingS, in Spandau.


Bernd Rinser macht alles selbst. Einer der wenigen glücklichen Umstände der immer schneller werdenden Zeiten ist es eben auch, dass so etwas heute möglich ist. Er schreibt die Lieder selbst, hat ein eigenes Label und vertreibt seine Musik im Eigenvertrieb. Die ganz besonderen Sachen gibt es sogar ausschließlich nur über seine Webseite oder direkt auf seinen Konzerten.

Er macht es, weil früher, als man sich als Musiker noch den Studios, Produzenten, Plattenlabels oder Verlagen anbieten musste um ins Geschäft zu kommen, ständig jemand an ihm herumschrauben wollte. Entweder sollte er den Blues weglassen und nur als Singer-Songwriter auftreten oder eben nur den Oldschool Blueser geben. Beides für sich allein genommen, würde ihn und seine Musik aber nicht korrekt beschreiben. Er ist eben mehr. Er ist Singer-Songwriter, Blues-Man, Folkmusiker und gefühlvoller Balladeninterpret in einem. Da reicht es nicht aus ihn auf einen Stil festnageln zu wollen. Die daraus zu ziehende Konsequenz, ist das was Bernd Rinser jetzt macht, sein Ding.

Bernd Rinser spielt über 100 Konzerte pro Jahr. Bestimmt auch einmal in eurer Nähe. Nehmt euch die Zeit dafür.

Der Künstler und das CrossingS sind auf Facebook vertreten.

Zum Künstler: http://www.bernd-rinser.de/

Zum WebShop von Bernd Rinser: https://berndrinser-rootsrock.de/

Alle Fotos © ALTAMANN

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